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Ist Globalisierung etwas Neues? Weltweiter Handel, Öffnung der Grenzen in Europa sind nur ein Teil des Phänomens, das nicht nur die Weltwirtschaft, sondern auch fast alle Bereiche unseres täglichen Lebens beeinflusst und von dem sicher schon jeder einmal etwas gehört hat. Klar, die Rede ist von der Globalisierung. Jedoch ist dieses Phänomen nicht erst eine Erscheinung der letzten Jahrzehnte, sondern hat seine Anfänge schon im frühen Altertum. Schon damals umfasste der Handel die bis dahin bekannte Welt. Dabei handelte es sich im Vergleich zu heute zwar nur um eine regionale Ebene, da viele Kontinente noch nicht entdeckt oder nur sehr schwer erreichbar waren. Dies lag jedoch nur an den fehlenden Verkehrs- und Transportmitteln. Der Handel barg damals schon immense Gefahren. Durch die weit verbreitete Piratenunwesen oder durch das schlechte Wetter waren viele Handelsreisen ein großes Risiko. Dass trotzdem ständig Handel betrieben wurde, zeigt, dass der Handel eine große Bedeutung hatte. In der frühen Neuzeit breitete sich der Handel schon auf der ganzen Welt aus, Güter wie Gewürze oder Porzellan wurden z. B. aus Asien nach Europa eingeführt, aus Afrika z.B. wertvolles Elfenbein. Folge des Handels war dann immer mehr die Ausbeutung neuentdeckter Kontinente. Dies führte dazu, dass Händler immer reicher wurden und immer mehr politische Macht bekamen (z.B. Italien: Medici-Familie ;Deutschland: Fugger-Familie ). Sie griffen außerdem in die internationale Politik ein und halfen den Weg des Kolonialismus in den folgenden Jahrhunderten zu ebnen. Im 17. und 18. Jahrhundert setzte sich der Merkantilismus als alleinige Wirtschaftstheorie durch. Da vor allem die westeuropäischen Staaten möglichst viel selbst herstellen und exportieren wollten, jedoch auf Importe größtenteils verzichteten, führte dieses Verhalten zu einer Hemmung der sich ausbreitenden Weltwirtschaft. Im 19. Jahrhundert wurde der Merkantilismus vom Liberalismus abgelöst. Nach den napoleonischen Kriegen begann die erste Blütezeit des internationalen Handels. Erste große Erfolge wurden in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts erzielt. Mit der Gründung des Deutschen Zollvereins wurden fast im ganzen späteren Deutschen Reich die meisten Handelshemmnisse beseitigt. In der Zeit von der Gründung des deutschen Reiches bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges stieg der Welthandel. Dies erhöhte das Bruttoinlandsprodukt der einzelnen Länder bis zu einem Drittel. Der Aufschwung des Welthandels wurde jedoch durch den Ersten Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise, die 1929 mit dem Zusammenbruch der New Yorker Börse begann, unterbrochen. Ein weiterer Rückschlag erfolgte mit Beginn des Zweiten Weltkrieges. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann schließlich der Boom des Welthandels, verursacht durch die westlichen Industriestaaten. nächstes Unterkapitel: »Gesellschaften unter Globalisierungsdruck |
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