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McDonaldisierung
Unter dem Anfang der neunziger Jahre zum ersten Mal aufgetauchten Begriff "McDonaldisierung" versteht man einen weltweit gesellschaftlichen Wandel, der z.B. in den Teilbereichen Wirtschaft, Soziologie und Kultur die Verhältnisse in den Drittweltländern verändert hat. Namensgeber für diese Veränderung ist die Fastfoodkette "McDonald's". Es gibt vier zentrale Begriffe, die die McDonaldisierung charakterisieren: 1. Effizienz: Man versucht möglichst effizient von einem Punkt x zu einem Punkt y zu kommen. Im Beispiel McDonald's besteht dieses Ziel y aus der Sättigung des Kunden, welche möglichst schnell und mit möglichst wenig Geld erreicht werden soll. 2. Geldgewinn durch Quantität: Man versucht dem Kunden klarzumachen, dass er möglichst viel für sein Geld bekommt. Ihm wird vermittelt, dass er Ware im tatsächlichen Gegenwert zu seinem Geld bekommt. Im Falle McDonald's bekommt man scheinbar große Portionen zu einem scheinbar sehr günstigen Preis. 3. Vorhersehbarkeit: Man versucht weltweit die gleiche Ware mit genau der gleichen Qualität und mit den gleichen Eigenschaften anzubieten. Beim McDonald's geht man zum Beispiel davon aus, dass ein Hamburger in Amerika genauso schmecken wird wie ein Hamburger in Deutschland oder Frankreich. Es ist erstaunlich, dass die Menschen diese Vorhersehbarkeit schätzen, obwohl dabei die Abwechslung verloren geht. 4. Kontrolle und Freisetzung von Menschen: Die Arbeit der Menschen wird heutzutage immer weniger benötigt. Menschen neigen dazu, Fehler zu machen und arbeiten aus der Sicht der Arbeitgeber nicht genau genug. Dagegen hören in den Fastfoodketten die Getränkeautomaten auf, das Getränk auszuschenken, wenn der Becher voll ist und die Pommes-Frites-Maschinen piepsen, damit die Stäbchen nicht verbrennen. Außerdem werden die Kunden immer mehr gezwungen, Arbeiten selber zu verrichten, die normalerweise im Preis inbegriffen sind. Anstatt es serviert zu bekommen, holt man sich selber das Essen und besorgt sich selber die Papierservietten. So kann das Unternehmen wieder Kosten für Angestellte sparen und dadurch wieder mehr Umsatz erzielen. Wer im Globalisierungsprozess nicht als "Verlierer" dastehen will, muss sich rasch dem Strukturwandel anpassen. Dabei verzichten viele lieber auf kulturelle Werte als das Risiko einzugehen, im Globalisierungsprozess hinten anstehen zu müssen. Das wohl bedeutendste Beispiel ist die rasante Verbreitung der englischen Sprache und die daraus folgende Einführung vieler Anglizismen (anstelle von der Benutzung deutscher Wörter), auch wenn diese von einigen Teilen der Bevölkerung - vor allem von älteren Menschen - kaum oder gar nicht verstanden werden. Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass viele kulturelle Bereiche sich stark an Amerika orientieren bzw. sogar angleichen. Das Kino- Programm in Italien oder Japan is kaum verschieden von dem in den USA, die Charts gleichen sich in Deutschland und den USA weitgehend. Da der Großteil der Filme bzw. der Interpreten aus den USA kommen, verstärkt das diese "Amerikanisierung" nur noch, sie bringen den "American Way of Life" in jedes Wohnzimmer weltweit. Ein Beispiel, wie die Teenager dadurch beinflusst werden: In China häuft sich die Zahl der Schönheitsoperationen, in denen sich die Jugendlichen ihre mandelförmigen Augen "verwestlichen" lassen. Allerdings muss man auch bedenken, dass unsere Kultur durch Einflüsse anderer Kulturen durchaus bereichert wird, so haben wir z.B. eine große Auswahl an kulinarischen Spezialitäten (Döner, Sushi, Pizza etc.). nächstes Unterkapitel: »Quiz zu Kapitel 3 [Risiken der Globalisierung] |
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