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Internationaler Währungsfond (IWF)
Die Geschichte des IWF
Der Internationale Währungsfond (IWF) (engl.: "International Monetary Fund" - IMF) wurde 1944 in Bretton Woods im US-Bundesstaat New Hampshire gegründet. Er ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit insgesamt 185 Mitgliedsstaaten und hat genau wie die Weltbank seinen Sitz in Washington, D.C., sollte aber nicht mit ihr verwechselt werden, da er eine Schwesterorganisation der Weltbankgruppe ist. Seit 1946 gab es neun Präsidenten, unter anderem war der jetzige Bundespräsident von Deutschland, Horst Köhler, vom 1.Mai 2000 bis zum 4.März 2004 der Vorsitzende des IWF. Eine zweite Kandidatur schloss er jedoch wegen der Wahl zum Bundespräsidenten in Deutschland aus, obwohl seine Arbeit aufgrund seines Verhandlungsgeschicks sehr geschätzt wurde. Wenn ein Amerikaner an der Spitze der Weltbank steht, ist der Präsident des IWF zum Ausgleich immer ein Europäer, da beide Institutionen oft zusammen arbeiten.Aufgaben des IWF
Die Aufgabe des IWF besteht darin, durch zwischenstaatliche Kooperation der Mitgliedsländer, dafür zu sorgen, dass der internationale Markt stabil bleibt. Durch das Mittel der Überwachung soll verhindert werden, dass einzelne Länder den Wechselkurs ihrer jeweiligen Währung in die Höhe treiben und so einem unkomplizierten Ablauf des Handels auf den Weltmärkten im Wege stehen würden. Dies ist sehr wichtig, da jeder Unternehmer, der im Ausland Waren einkauft, sein Geld erst einmal in die ausländische Währung tauschen muss. Wenn zum Beispiel ein Autokonzern in Deutschland bei einem Unternehmen in Russland Bauteile kaufen will, muss er zunächst Euro in Rubel tauschen. Wenn Russland nun den Wechselkurs hochtreiben würde, müsste der deutsche Unternehmer diese anfallenden Gebühren bezahlen. Die Endprodukte, also die Autos, würden dann ebenfalls teurer werden oder der Unternehmer müsste nach einer anderen Firma in einem anderen Land suchen. Dies würde den internationalen Handel beschränken und lähmen. Ebenso würde es den Devisenhandel behindern (Devisenhandel: Kauf ausländischer Währungen, um den ständig wechselnden Kurs zu nutzen, indem man bei gegebener Zeit wieder zurückwechselt. Dies ermöglicht theoretisch unbegrenzten Gewinn). Touristen würden unter einer Anhebung des Wechselkurses ebenfalls leiden, da ein Urlaub im Ausland so für sie zu teuer werden könnte. Die Arbeit des IWF betrifft also jeden von uns direkt oder indirekt. Eine weitere Aufgabe des IWF ist das Vergeben von Krediten an in Finanznot geratene Staaten, die ihren finanziellen Verpflichtungen gegenüber anderen Staaten nicht mehr nachkommen können. Dafür hat der IWF dann den Anspruch, sogenannte SAP´s (Strukturanpassungsprogramme) zu verordnen. Diese können unter anderem beinhalten, dass der betroffene Staat bestimmte Institutionen privatisieren, bestimmte Gesetze erlassen oder seine Investitionen in das Militär zurückfahren muss. Diese Befugnisse wurden dem IWF von den Mitgliedsstaaten übertragen. Durch die Eingriffe in die Weltmärkte hat die Arbeit des IWF in den letzten 25 Jahren dazu beigetragen, Handel, Investitionen und Reisen auf der ganzen Welt zu vereinfachen.Kritik
Nicht jeder sieht die Politik des IWF nur von der positiven Seite. Viele machen ihn dafür verantwortlich, dass sich die Schuldenkrisen der Entwicklungsländer durch die SAP´s weiter verschärft haben. Die meisten Länder in einer starken Finanzkrise müssen ein Drittel ihrer Erlöse dafür aufwenden, um ihre Schulden zu bezahlen. Dieses Geld fehlt dem Staat dann bei den Sozial-, Gesundheits- und Bildungsprogrammen, die er ohnehin nur mit größter Mühe aufrecht erhalten kann, falls sie überhaupt vorhanden sind. Die Privatisierung von Wasser- und Energieanbietern, die auf SAP´s des IWF gefolgt sind, stößt ebenfalls auf heftige Kritik, da private Unternehmen den Preis durch Monopolstellungen kontrollieren können und so Preise festsetzen, die die Armen nicht bezahlen können. Genauso verhält es sich mit den Grundnahrungsmitteln, deren Preise so gestiegen sind, dass es immer mehr Hungernde gibt. Auf heftigste Kritik stößt jedoch ein Programm, das die Öffnung der Märkte eines schon verarmten Landes vorsieht. IWF-Gegner befürchten, dass ausländische Unternehmen heimische, kleinere Firmen und Bauern durch extrem niedrige Preise ihrer Importwaren vom Markt verdrängen oder einfach übernehmen könnten. Die Gewinne, die ein globaler Konzern dann erwirtschaften würde, würden aber nicht dem ausgebeuteten Land zu Gute kommen, sondern würden ins Ausland gebracht werden. So würde auch die Steuerflucht von gesellschaftlich besser Gestellten gefördert.nächstes Unterkapitel: »Weltwirtschaftsordnung |
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